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Für all diejenigen, die der Meinung sind, das ein oder andere hier angeführte Beispiel sei falsch, sind hier die Regeln des Dudens zum Gebrauch des ' wiedergegeben (Quelle: Duden, Band 1: Die deutsche Rechtschreibung, 21. völlig neu bearb. Aufl., Mannheim Leipzig Wien Zürich 1996, S. 23-25). Änderungen durch die neue Rechtschreibung sind rot hervorgehoben.
Zuvor noch eine Anmerkung in eigener Sache: Alle diese Seiten sind nach den alten Rechtschreibregeln verfaßt. Bei meiner Suche nach Apostrophen habe ich jedoch Milde walten lassen und die neuen Regeln akzeptiert.
Allerdings mit zwei Ausnahmen: Daß man laut Duden jetzt mit den "Grimm'schen Märchen" unterm Arm in "Andrea's Blumenecke" gehen kann, ist nicht hinnehmbar. Hier haben die Reformer des Neudeutschen eindeutig übers Ziel hinausgeschossen! Denn wenn der Einleitungssatz des Duden immer noch Geltung hat, nach dem der Apostroph ein Auslassungszeichen ist, dann wurde hier eindeutig der Fehler zur Maxime erklärt. Im einen Fall dürfte wohl kaum von den "Grimmischen Märchen" die Rede sein. Der andere Fall war vor der Reform schon geradezu von ästhetischer Klarheit: "Andreas Blumenecke" gehörte Andrea und "Andreas' Blumenecke" gehörte Andreas. Das war klar und deutlich. Wenn nun "Andrea's Blumenecke" Andrea gehört, wem gehört dann "Andreas Blumenecke"? Auch Andrea? Oder doch Andreas? Warum hat Andrea nun zwei Blumenecken und Andreas nur eine? Und schließlich: Der Versuch, bei "Andrea's" das ausgelassene Zeichen mitzusprechen, muß kläglich scheitern.
Dennoch habe ich die Exponate, die nach den neuen Rechtschreibregeln zulässig sein sollen, in den Galerien mit einem N versehen.
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Regel
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Erklärung
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Beispiel
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Der Apostroph deutet an, dass Laute oder Buchstaben, die gewöhnlich gesprochen oder geschrieben werden, ausgelassen worden sind.
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R 13 Der Apostroph kennzeichnet Wörter mit Auslassungen, wenn die verkürzten Wortformen sonst schwer lesbar oder missverständlich wären <§ 96 (2)>.
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Diese Formen treten oft in dichterischen Werken auf.
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Dass aber der Wein von Ewigkeit sei, darum zweifl' ich nicht...
Schlaf nun selig und süß, schau im Traum 's Paradies.
Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll...
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Die verkürzten Formen sind auch am Satzanfang klein zu schreiben.
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's (Es) ist unglaublich!
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Kein Apostroph steht im Allgemeinen bei Adjektiven und unbestimmten Pronomen, die ungebeugt bleiben.
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gut Wetter, solch Glück, manch lieber Freund, ein einzig Wort
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Es steht in der Regel auch kein Apostroph bei Verschmelzungen aus Präposition (Verhältniswort) und Artikel, die allgemein gebräuchlich sind.
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Präposition + das:
ans, aufs, durchs, fürs, hinters, ins, übers, ums, unters, vors
Präposition + dem:
am, beim, hinterm, überm, unterm, vorm, zum
Präposition + den:
hintern, übern, untern, vorn
Präposition + der:
zur
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Bei umgangssprachlichen und mundartlichen Verschmelzungen kann zur Verdeutlichung ein Apostroph gesetzt werden <§ 97>.
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Er sitzt auf'm (auf dem) Tisch. Wir gehen in 'n (in den) Zirkus.
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Es steht kein Apostroph für das ausgelassene Schluss-e bei substantiven und bestimmten Verbformen.
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Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.
Das hör ich gern. Ich lass das nicht zu. Ich stoß ihn weg. Ich werd kommen. Behüt dich Gott. Könnt ich das nur erreichen!
bleib!, geh!, trink!, lass!, leg den Mantel ab!, führ den Hund aus!
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Es steht auch kein Apostroph bei den kürzeren Formen einiger Substantive, Adjektive und Adverbien, die als gleichberechtigte Nebenformen gelten und (auch in der Standardsprache) allgemein üblich sind.
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Bursch neben Bursche, Hirt neben Hirte, blöd, bös, fad, gern, heut, leis, öd, trüb neben blöde usw.
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Ein Apostroph kann bei der schriftlichen Wiedergabe gesprochener Sprache zur Verdeutlichung gesetzt werden <§ 97>.
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So 'n (ein) Blödsinn! Wissen S' (Sie) schon?
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Im Gegensatz zu "'nauf", "'naus" usw. (statt "hinauf", "hinaus" usw.) werden die mit -r anlautenden Kürzungen heute im Allgmeinen ohne Apostroph geschrieben.
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Runter vom Balkon! Reich mir mal das Buch rüber! Er ließ ihn rauswerfen. Was für ein Reinfall!
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R 14 Der Apostroph wird gelegentlich gebraucht, um die Grundform eines Namens vor der Adjektivendung -sch zu verdeutlichen <§ 97 E>.
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die Grimm'schen Märchen (aber: die grimmschen Märchen)
Vgl. auch R 17 [...].
[Wohlgemerkt: gelegentlich, nicht immer!]
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R 15 Der Apostroph steht bei Wörtern mit längeren Auslassungen im Wortinneren <§ 96 (3)>.
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Lu'hafen (= Ludwigshafen [am Rhein])
D'dorf (= Düsseldorf)
Ku'damm (= Kurfürstendamm)
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R 16 Kein Apostroph steht, wenn ein unbetontes -e- im Wortinnern ausfällt und die kürzere Form des Wortes (auch in der Standardsprache) allgemein gebräuchlich ist.
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ich wechsle (wechsele), du tratst (tratest), auf verlornem (verlorenem) Posten, Abrieglung (Abriegelung), Wandrer (Wanderer), Englein (Engelein), wacklig (wackelig), wässrig (wässerig), edle (edele) Menschen, finstre (finstere) Gestalten, trockner (trockener) Boden, unsre (unsere) Verfassung
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Das gilt auch für einige Wörter und Namensformen mundartlicher Herkunft.
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Brettl, Dirndl, Hansl, Rosl
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Bei ungebräuchlichen Auslassungen dagegen gilt R 13.
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g'nug (genug), Bau'r (Bauer)
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R 17 Der Apostroph steht zur Kennzeichnung des Genitivs (Wesfalls) von artikellos gebrauchten Namen, die auf s, ss, ß, tz, z, x enden <§ 96 (1)>
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Hans Sachs' Gedichte, Aristoteles' Schriften, Le Mans' Umgebung, Grass' Blechtrommel, Voß' Übersetzung, Ringelnatz' Gedichte, Marx' Philosophie, das Leben Johannes' des Täufers
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Kein Apostroph steht in der Regel vor dem Genitiv-s von Namen, auch nicht, wenn sie abgekürzt werden.
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Brechts Dramen (B.s Dramen), Bismarcks Politik, Hamburgs Hafen, Heidis Briefe
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Gelegentlich wird in solchen Fällen ein Apostroph gesetzt, um die Grundform eines Namens zu verdeutlichen <§ 97 E>.
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Andrea's Blumenecke
[Anm.: Man soll also die Blumenecke von Andrea unterscheiden von einem Herrn namens Andreas Blumenecke]
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R 18 Kein Apostroph steht bei Abkürzungen in der Genitiv- oder Pluralform auf -s.
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des Lkws, die MGs, die GmbHs
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